Nach unserem Abstecher nach Brüssel, ging es für uns weiter nach Portugal, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Die Grundidee für Portugal war recht einfach und doch unbestimmt: In den knapp drei Wochen sollte es von Faro im Süden des Landes bis nach Porto im Norden gehen. Und das ganze mit Mietwagen und Zelt.
Das Zelten mit Kleinkind hatten wir bereits vorab einmal in der Heimat getestet. Damals ging es für uns vier Tage mit dem Fahrrad und Zelt durch die Brandenburger Heide. Das Experiment glückte und so legten wir uns fest: Einen großen Teil der Nächten würden wir auch in Portugal unter freiem Himmel (und dem Zeltdach) verbringen.
Portugals Traumstrände: Die Algarve
So nahmen wir unseren Mietwagen am Flughafen in Faro entgegen, beluden ihn mit unserer Zeltausrüstung und unserem Gepäck (in diesem Fall: nur ein Reiserucksack, zwei mal Handgepäck) und fuhren entlang der Küstenlinie der Algarve bis in die Nähe von Lagos zu unserem ersten Campingplatz.
Der Campingplatz bot allerhand an Annehmlichkeiten: Restaurant, Pool, Spielplätze, Strom am Zelt und die Nähe zu der schönen Küstenstadt Lagos und traumhaften Stränden. Eine gute Ausgangslage, um die Gegend ein wenig zu erkunden.

Unser Zuhause für die nächsten Tage

Die Inneneinrichtung

Der Strand der kleinen Stadt Luz

Paul in seinem Element: Wasser
Auch die kleine Hafenstadt Lagos ist ansehnlich. Sie lädt zu einem Bummel durch die hübsche Altstadt ein und bietet zahlreiche Möglichkeiten bei einem Snack und etwas kühlem zu Trinken zu verweilen. Dabei können die vielen typisch portugiesischen Häuser mit handbemalten Fliesen und hübschen kleinen Kirchen betrachtet werden.

Igreja de Santa Maria in Lagos (Portugal)

Typisch Portugal: Fassaden mit schönen, oft handgefertigten Fliesen
Neben den traumhaften Sandstränden (die Strände der Algarve werden häufig zu den schönsten der Welt gezählt), besteht die Küstenlinie weithin aus Steilküsten. Immer wieder zwischen den starken Abhängen verbergen sich jedoch kleine Sandstrände.
Auch der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes befindet sich dort und ist von den markanten Klippen geprägt. Neben einem Leuchtturm, der Steilküste und der letzten Bratwurst vor Amerika, gibt es hier nichts aufregendes zu sehen. Dennoch ist es ein schöner Ausflug, um die Steilküsten hautnah zu erleben. Und: Die Bratwurst schmeckt sogar.

Am südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes in Portugal
Portugals Hauptstadt: Lissabon
Der nächste Abschnitt unserer Reise sollte uns in Portugals Hauptstadt Lissabon führen. Wir informierten uns über die Möglichkeiten in Lissabon oder zumindest in der Nähe zu Zelten. Es existiert ein Zeltplatz etwas westlich vom Zentrum, jedoch wäre der Weg in das Stadtzentrum immer aufwändig gewesen.
Wir entschieden uns also eine Wohnung über Airbnb (folge dem Link für 30 Euro Guthaben für Deine erste Buchung bei Airbnb!) zu buchen. Gesagt, getan. Einen Tag vor unserer Abreise buchten wir ein klitzekleines Apartment in der Nähe der Basilica de Estrella im schönen Stadtteil Lapa.

Basilica de Estrella in Lissabon
Ohne Auto nach Lissabon
Um nicht in den parkraumbewirtschafteten, steilen und engen Straßen der Altstadt Lissabons parken zu müssen, fanden wir auch einen Weg: Wir fuhren bis zum Hafen von Barreiro, parkten dort und nahmen die Fähre nach Lissabon. Eine perfekte und umkomplizierte Variante. Unser Camping-Kram blieb dabei im Auto.
Die Fähre brachte uns direkt bis an den zentralen Platz Praça do Comércio.

Praça do Comércio von oben (vom Castelo de São Jorge)
Mit der Tram quer durch Lissabon
In Lissabon fahren nach wie vor historische, kleine Trams, die selbst durch die engsten Gassen Alfamas ihren Weg finden. Berühmt ist dabei vor allem die Linie 28, die glücklicherweise direkt vor unserer Haustür startete und uns von der Basilica de Estrella bis Tief in die alten Gassen von Alfama brachte.

Tramlinie 28 – die wohl schönste Tramstrecke Lissabons

Eine Tramfahrt zeigt die Vielseitigkeit der Stadt

Straßen in Alfama

Wunderschöne Gassen der Altstadt

Wieder die typischen Fassaden
Den Ausblick genießen: Castelo de São Jorge
Auf dem Weg zur Burg ist Paul in der Tram eingeschlafen. Zusammen mit dem schlafenden Paul stiegen wir also aus und genossen die Morgensonne an der Largo das Portas do Sol.

Largo das Portas do Sol
Danach ging es per Pedes rauf zur Burg. Für den recht steilen Aufstieg wurden wir bestens mit tollen Ausblicken belohnt.

Castelo de São Jorge

Ausblick vom Castelo de São Jorge

Eingangstor zum Castelo de São Jorge
Per Aufzug von der Unterstadt in die Oberstadt
Lissabon ist eine Stadt, die wie in Etagen gebaut ist.
Um dieser Tatsache gerecht zu werden, wurde ein Aufzug gebaut, der die Unterstadt und Oberstadt auf einfache Weise verbinden sollte. Zu Beginn mit Dampf betrieben und ausschließlich für die Reichen Bürgen der Stadt gedacht, ist es heute eine Touristenattraktion. Wir bewunderten das Bauwerk, nahmen dann jedoch die „manuellen Treppen“ hinauf.

Elevador de Santa Justa inmitten der Shoppingstraßen Lissabons

Paul auf den gepflasterten Straßen der Altstadt
Gut essen: Märkte in Lissabon
In Lissabon existieren unzählige gute Restaurants. Richtig angetan haben es uns jedoch die umgebauten Markthallen, die heute Platz für Restaurants und Bars bieten. Eine schier unendliche Auswahl an Leckereien und Getränken erwartete uns: perfekt!
Die wohl bekannteste Halle ist dabei der Time Out Market unweit des Praça do Comércio. Auch fanden wir den Mercado de Campo de Ourique. Als Geheimtipp – den wir leider nicht testen konnten – gilt die LxFactory.

Time Out Market in Lissabon: Hier findet jeder etwas zu Essen

Unbedingte Empfehlung: Pastel de Nata
Weiter geht es in Richtung Norden: Sintra
Für uns geht es nach vier Tagen in Lissabon weiter in Richtung Norden. Dabei unternehmen wir auch einen Abstecher in die kleine, beschauliche Stadt Sintra.
Unser Fazit
An der schönen Algarve haben wir leider zwei Tage verloren, weil es Eva und mir nicht gut ging. Umso besser, dass wir einen Platz gewählt hatten, der genügend Beschäftigung für Paul zu bieten hatten, um auch zwei volle Tage dort zu überbrücken. Gern hätten wir diese Zeit lieber an einem der schönen Strände verbracht.
Dennoch: Die Algarve bietet sich auch im September für einen Bade- und Campingurlaub an.
Lissabon holte uns dann zurück in das Metropol-Gefühl. Durch das Abstellen des Autos und das Umsteigen auf die Fähre, haben wir uns viel Stress erspart. Lissabon ist eine sehr schöne Stadt, mit einem Kind, dass gern und viel selbst und frei läuft, jedoch hin- und wieder etwas… Herzinfarkt. Die engen Straße und die nicht vorhandenen Fußwege machen es in einigen Situationen spannend. Paul genoss daher häufig die gute Aussicht von meinen Schultern herab.
Essenstipp in Lissabon: Die Märkte Time Out Market und Mercado de Campo de Ourique
Unbedingt Essen: Pastel de Nata
Gut für Kinder: Park und Spielplatz an der Basilica de Estrel in Lissabon
Unbedingt machen: Tramlinie 28 durch Lissabon genießen, Strand an der Algarve